Ausbildungsbericht Woche 1

Die ersten sieben Tage sind vorbei. Ich habe bisher ein paar neue Dinge gelernt und einige neue Menschen getroffen. Jetzt ist es Zeit für eine erstes Fazit.

Ich finde durchwachsen trifft es auf den Punkt. Die ersten sieben Tage waren durchwachsen. Vor allem emotional gesehen. Körperlich ist die Ausbildung nicht wirklich anstrengend, von dem ganzen Gerenne einmal abgesehen. Emotional jedoch waren diese Tage die anstrengendsten seit langem. Nicht nur, dass ich in einer neuen Situation bin, ich bin auch nicht aus Überzeugung in dieser Situation. Ich fühle mich, als hätte mich jemand gestoßen, mir einen kräftigen Schubs gegeben. Nun mache ich also diese Ausbildung, aber ich verstehe nicht wofür. Meine Eltern und der Rest der Familie sagen mit immer wieder, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung gut ist, dass ich damit etwas vorzuweisen habe.

Nur was genau soll dass sein? Vielleicht der Beweis dafür, dass ich ein winziges Zahnrad in einer großen Maschine sein kann? Oder ist es eine Absicherung, ein Notfallplan auf den ich zurückgreifen kann falls meine Träume ausgeträumt sind? Ich verstehe es nicht.

Meine Mutter meinte vor ein paar Wochen, dass es ja nicht schaden kann und dass es ja „nur“ drei Jahre sind. Jedoch hat sie unrecht, denn es kann mir sehr wohl schaden. Denn die Ausbildung kostet mich eine Menge Zeit und Energie. Durchschnittlich arbeite ich 7,5 Stunden am Tag plus 3 Stunden für Hin- und Rückfahrt. Eine Arbeitswoche hat 120 Stunden, wovon ich 52,5 Stunden mit arbeiten und fahren verbringe. Damit bleiben mir rechnerisch noch 67,5 Stunden. Jedoch schlafe ich im Durchschnitt 7 Stunden pro Nacht, also habe ich effektiv 32,5 Stunden pro Arbeitswoche Freizeit. Wenn ich das Wochenende jetzt noch drauf rechne, dann komme ich auf 66,5 Stunden pro sieben Tage. Jetzt multipliziere ich diese Zahl mit 52, um zu sehen, wie viel freie Zeit ich aufs Jahr gerechnet habe und komme auf 3.458 Stunden. Ein Jahr mit 365 Tagen hat 8.760 Stunden, 6.205 davon bin ich durchschnittlich wach. Wenn ich jetzt davon noch meine Arbeitszeit abziehe komme ich auf 2.747 Stunden Freizeit im Jahr. Natürlich ist diese Zahl nicht genau, denn Feiertage und eventuelle Krankheitstage habe ich nicht miteinbezogen. Genau wie die haushaltlichen Pflichten und und und.

Damit will ich mir selbst nur verdeutlichen, dass ich etwas ändern muss, denn ich will auf jeden Fall mehr als diese 2.747 Stunden. Mit 30 Tagen Urlaub sind es übrigens 3.467 Stunden, immer noch zu wenig. Wie genau ich etwas daran ändere weiß ich jetzt noch nicht. Allerdings habe ich schon ein paar Ideen.

2 Gedanken zu „Ausbildungsbericht Woche 1“

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